#1

Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 31.08.2011 22:31
von Skal
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#2

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 20.09.2011 15:37
von Giles

Er hätte früher aufbrechen sollen. Nun war es dunkel geworden und er hatte die Stadt noch nicht erreicht. Wieso hatte es auch so lange gedauert die Wachen der Toxics zu überzeugen, ihn alleine gehen zu lassen? Verständlich war es schon. Sie sollten ja auf ihn aufpassen, doch er wollte keine Kinder, die mit Schusswaffen hantierten an seiner Seite haben. Im Kraftwerk war dass schon schlimm genug. Schlussendlich ging er allein und im dunkeln durch einen Wald. Die Hände in den Hosentaschen ein Lied summend. Es war noch eine Weile, bis er die Stadt erreichte und auch wenn er schon lange auf den Beinen war würde er sich nicht einfach alleine auf einen Baumstumpf setzen und eine Pause machen. Wie würde dass denn aussehen?
Seine Füße taten schon weh und er machte wieder einen kurzen Stopp, sich mit der Hand an einen Baum abstützend, um sich erneut einen kleinen Stein aus dem Schuh zu entfernen. "Vielleicht hätte ich doch ein Fahrrad nehmen sollen? Doch nein, in dieser Dunkelheit durch einen Wald zu fahren." überlegte Giles. Würde man ihn auf die gleiche Weise empfangen, wenn er aufgerissene Hosen und aufgeschrammte Hände von einem Sturz hatte? Die letzten Strophen des Liedes leise Pfeifend zog er den Schuh wieder an, hoffentlich würde er bald ankommen, bevor er sich erneut Steinchen aus den Schuhen fischen musste.

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#3

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 20.09.2011 16:16
von Maren

Maren war schon lange unterwegs. Zu lange, das schrien zumindest ihre geschundenen Füße. Dennoch trieb das Mädchen sich unbarmherzig weiter an. Sie wusste, dass die Stadt in der Nähe war, so was spürte sie immer. Normalerweise half ihr dieser Instinkt sich von den Städten fern zuhalten. In der Stadt trieben nämlich häufig irgendwelche größenwahnsinnigen Tribes ihr Unwesen, da musste man als Alleinreisende gut aufpassen. Die Natur gab ihr einen klaren Vorteil. Maren kannte sich gut in ihr aus und vor allem in dichten Wäldern fühlte sie sich sicher. Dennoch konnte sie sich nicht 100% auf die Natur einlassen, ein paar Dinge trieben sie immer wieder zurück in die Zivilisation. Zum einen war das Seife. Frisches Wasser hatte Maren immer dabei, in ihrem großen Rucksack, das war Nr. 1 der Regeln, um zu überleben. Von ihrer harten Kernseife aber waren nur noch Bröckchen übrig, also suchte sie nach der nächsten Stadt um diese und noch einige andere Dinge zu besorgen. Ganz wohl zu Mute war ihr dabei nicht und die Anspannung stand ihr jetzt schon ins Gesicht geschrieben.

Sie war auf einen dunklen Waldweg unterwegs, der sie hoffentlich nach München bringen würde. Sicher war sie sich dabei nicht, obwohl sie den ganzen Trip schnell hinter sich bringen wollte. Plötzlich blieb Maren stehen und lauschte angestrengt. Ihr kam es so vor, als würde sie ein leise gepfeiftes Lied vernehmen. Ein Vogel konnte das nicht sein, dafür war es zu spät. Das hieß, sie war nicht allein. Vorsichtig zog sie einen Pfeil aus ihrem Köcher und legte ihn locker an die Sehne des Bogens. Sicher war sicher. Maren hatte in der letzten Zeit ein gutes Gehörvermögen antrainiert und bemerkte nun, dass die Stimme vor ihr stehen geblieben war. Sie konnte den anderen hören, aber nicht sehen und bewegte sich leise auf ihn zu. Durch ihren Kopf schossen die verschiedenen Möglichkeiten. Siekonnte schnell und sicher im Wald verschwinden und damit die potentielle Gefahr vor sich umgehen. Das würde allerdings auch bedeutet, dass sie mehr Zeit brauchen würde, um nach München zu gelangen. Die ganze Zeit hinter ihren Vordermann herzuschleichen war ebenfalls keine Lösung, also blieb nur noch die Flucht nach vorne. Wer weiß, vielleicht konnte die Person ihr noch helfen, vielleicht kannte sie sich gut in München aus. Mit ein paar leisen Trapschritten war sie auch schon bei ihren Vordermann angekommen. Sie spannte de Bogen und zielte. „Hey, stehen geblieben.“, sagte sie ruhiger, als sie eigentlich war. „Hör zu, ich möchte wirklich keinen Ärger. Heb die Arme nach oben und dreh dich zu mir um, aber mach keine Dummheiten.“ Fast hätte sie noch hinzu gefügt: Das Ding ist geladen.

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#4

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 20.09.2011 16:46
von Giles

Es war doch immer wieder erstaunlich, wie sich die kleinen Steinchen ihren weg in seine Schuhe fanden, dabei waren sie fast nagelneu. Soeben hatte er die Hände wieder in die Hosentaschen sinken lassen, wollte dem Weg weiter folgen und das nächste Lied anstimmen, da ertönte hinter ihm der Befehl stehen zu bleiben. Kein umstand, es war bereits dunkel, eine Verzögerung konnte ihn nur dem Tageslicht näher bringen. Die Hände aus den Taschen holend und in die Luft streckend drehte er sich mit den Worten "Aber gewiss doch meine Dame, dass möchte ich schließlich auch nicht." um. Mit einem Lächeln blickte er ihr ins Gesicht. Es war zwar dunkel, aber noch war es nicht zu dunkel, sein gegenüber zu erkennen. Den Bogen völlig ausser Acht lassend schaute er ihr in die Augen "Wollt ihr mich vielleicht begleiten, falls ihr auch nach München wollt? Doch, verzeit meine Manieren, Giles mein Name, dürfte ich eine Hand herunter nehmen um sie Euch zu reichen?". Mit einem amüsierteren Lächeln fügte er noch hinzu "Oder wollt ihr mich erst abtasten?", einen Liedschlag später erweiterte er seine Aussage erneut "Nur seid gewarnt, keine Leibesvisitation vor dem dritten Date.". Zählte dies als Dummheit? Wohl eher waren irgendwelche raschen Bewegungen gemeint, doch er hielt immernoch die Hände hoch erhoben und verweilte an Ort und Stelle.

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#5

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 20.09.2011 17:47
von Maren

Zuerst war Maren reichlich überrascht über die Ausdrucksweise ihres Gegenübers. Sie hatte nicht erwartet auf der Waldstraße jemanden zu finden, der sich so gut ausdrücken wollte, auch wen Marens Misstrauen ihr nahe legte, dass der andere sie verspottete. Das mochte sie gar nicht. Dennoch kam sie nicht umher den Anderen genauer zu mustern, sofern es die Dunkelheit erlaubte. Schon allein des Virus wegen konnte er nicht viel älter sein, als sie selber. Zugegeben, dieser Giles hatte nicht ganz unrecht. Vielleicht wäre es schlauer gewesen, ihn zu durchsuchen, doch nachdem er sie gerade damit aufgezogen hatte, wollte sie ihm diesen Spaß nicht gönnen. Sie ließ den Bogen ein wenig sinken, tat aber gleichzeitig noch einen kleinen Schritt nach hinten, um den Sicherheitsabstand zu vergrößern. Mann, dieser Kerl hatte sie aus dem Konzept gebracht. Ein wenig ruppig und nicht ganz so eloquent, wie gehofft, sagte sie also: „Wie wäre es, wenn du deine Witzchen auf später verlegst? Du… du bist auf den Weg nach München? Wie weit… ich… Ach verdammt. Was machst du überhaupt ganz alleine Mitten in der Nacht im Wald?

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#6

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 20.09.2011 23:52
von Giles

"Etwas ungestüm die Dame", dachte Giles sich, was jedoch bei bestem willen nichts schlechtes war. Da sie ihren Bogen etwas senkte schloss er, dass er seine Arme herunter nehmen konnte. Den Fehler, sie direkt wieder in irgendeine Tasche zu stecken machte er nicht, was sollte die Dame von ihm halten. Eigentlich war die Antwort auf ihre Frage ganz einfach, "Ihn durchqueren", doch sie so zu überbringen wäre gemein, weshalb Giles sich entschied weiter auszuholen. Doch zunächst "Was für 'Witzchen'?". Es war spät, und er wollte sein Gegenüber nicht lange von der Reise abhalten, auch wenn etwas Gesellschaft sicher ganz angenehm wäre. So fuhr er also direkt fort, "Minder wichtig. Also. Da ich von meinem bescheidenen Sitz im Wasserkraftwerk, grob in dieser Richtung.." hierbei zeigte er den Weg hinauf, den er zurückgelegt hatte ".. zu spät losgegangen bin, habe ich es nicht vor Einbruch der Nacht geschafft, mein Ziel, München.." nun deutete er den noch vor ihm liegenden Weg entlang ".. zu erreichen. Was auch der Grund für meine Frage war, ob ihr, sofern ihr dem selben Pfad folgt, mir gestattet euch Gesellschaft zu leisten?"

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#7

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 21.09.2011 00:28
von Maren

Der Kerl vor ihr war wirklich ulkig. Es schien ihm nichts auszumachen, dass sie ihn praktisch hier und jetzt mit einem Pfeil erheblichen Schaden zufügen konnte. Milde ausgedrückt. Nein, er plapperte munter weiter und allein das weckte Marens Neugier. Seinen Worten nach kam er aus einem Wasserwerk nahe der Stadt. Eine Sache, die das Mädchen skeptisch aufhorchen ließ. In der Zeit wo es keine Regeln gab und Anarchie herrschte, hatten die Leute, die Werke welcher Art auch immer beherrschten, viel Macht in der Hand. Anderseits würde man das Wasserwerk doch nicht einfach verlassen, oder? Man lief so nämlich die Gefahr, es an jemand anderen zu verlieren, deswegen vermutete Maren, dass Giles nicht der Chef dort gewesen war und wenn doch, irgendwas seine Position sicherte. Sie sollte vorsichtig sein, solche Leute brachten selten Gutes mit sich. Anderseits würden sie nur zusammen nach München gehen und sich dann wieder trennen. Was konnte da schon Schlimmes passieren? Vor allem fühlte die Dunkelhaarige sich im Moment im Vorteil, da sie an ihrem Gegenüber noch keine Waffe erspäht hatte. „Normalerweise sollte man früher sein Kraftwerk verlassen, es ist nicht gut allein im Dunkeln umherzuwandern.“, murmelte Maren und musterte Giles ein letztes Mal, bevor sie sich entschied. „Nun gut. Wir gehen zusammen in die Stadt. Aber ich warne dich, ich weiß mit dem hier umzugehen.“ Mit einer Kopfbewegung wies sie auf Pfeil und Bogen in ihrer Hand und versuchte dabei besonders entschlossen dreinzuschauen. „Also, du benimmst dich, ich benehme mich und alle sind glücklich. Regelbrüche werden hart bestraft.“, meinte Maren und ließ mit den Worten den Pfeil wieder in den Köcher auf ihren Rücken gleiten. Der Bogen blieb jedoch in ihrer Hand, aber nicht in einer bedrohlichen Haltung. Dennoch war ihr Körper angespannt, als sie Giles langsam die Hand hin hielte, jederzeit bereit zur Flucht oder Verteidigung. „Ich heiße Maren. Du kennst dich nicht zufällig in dem gegenwärtigen München aus, oder?"

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#8

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 21.09.2011 10:10
von Giles

Daran, dass er das Kraftwerk hätte früher verlassen sollen, hatte er sich auch selbst bereits gedacht, ihr dies zu sagen empfand Giles jedoch als überflüssig. Er hatte es ohnehin nur stückweise verstanden und seinen Schluss aus den Worten 'früher', 'nicht gut' und 'Dunkeln' gezogen. Nachts waren die Ohren der Ersatz für die Augen, tagsüber und in einem belebten Gebiet hätte er sie sicher gar nicht verstanden. Sie entschloss sich schlussendlich, dass sie den weiteren Weg gemeinsam zurücklegen würden. Als sie darauf hinwies, dass sie mit dem Bogen umzugehen wusste nickte er und sagte leise "Gewiss.". Dass er ohnehin davon ausging, sie wusste was sie tat, hätte es ihn eher geschockt, wenn sie ohne Kenntnisse mit der Waffe hantierte. Ein paar 'Wachen', die das Kraftwerk für die Toxics sicherten gehörten zu dieser Sorte.
"Welch wohlklingender Name. Maren" Giles deutete einen Handkuss an, während er ihre Hand hielt, achtete aber auch darauf, ihr nicht zu nahe zu kommen, sie wirkte noch zögerlich. Als er wieder ihre Hand losließ sprach er "Ich muss enttäuschen, ich kenne mich in München nicht aus, was mit aber die Gelegenheit bietet, mir die Stadt anzusehen.". Gerade wollte er sich umdrehen, da hielt er inne und führte den Zeigefinger nachdenklich zum Mund. Maren wieder anblickend öffnete er erneut seinen Mund "Ihr hattet Benehmen und Regeln erwähnt. Vielleicht sollten wir uns abstimmen, um Probleme zu vermeiden.". "Reden, Händchen Halten, Pausen und dergleichen dürften okay sein, aber alles was unter die Gürtellinie geht gibt eins auf die Finger." Den letzten Teil mit einem leicht mahnenden Unterton sagend, bevor er fragte "Einverstanden? oder entspricht dies nicht ihren Vorstellungen?".

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#9

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 21.09.2011 14:39
von Maren

Maren runzelte die Stirn und wiederstand dem Drang, ihre Hand wegzuziehen, als Giles einen Kuss andeutete. Dieses gar vornehme Verhalten war ihr kaum noch vertraut, vor allem, da sie die letzte Zeit alleine auf der Reise gewesen. Nur selten war sie anderen Jugendlichen begegnet und kaum so ein Treffen war friedlich verlaufen. War es denn zu fassen, dass man sich gegenseitig schon als Sklaven hielt? Konnte es noch viel schlimmer kommen? Sicherlich. Marens Vermutungen für die Zukunft waren, dass es erstmal so bleiben würde, bis irgendjemand die Möglichkeit findet, die Macht zu bekommen. Ob zum Guten oder Schlechten, das stand noch offen. Schade aber, dass Giles sich ebenfalls nicht in München auskannte. Dafür konnte er ganz schönen Blödsinn reden. Maren schüttelte nur den Kopf. „Händchen halten gibt´s nicht. Und pausiert wird erst, wenn wir in München sind. Es sei denn, du meinst deinen Mund, aber der scheint ohnehin keine Pause zu machen. Und ansonsten: nicht trödeln.“ Mit einen süffisanten Lächeln setzte Maren sich in Bewegung. Mit einen Blick über die Schulter fügte sie noch hinzu: „Achja, eine Sache noch. Für den Fall, dass wir auf den Weg von irgendeinem fehlgeleiteten Tribe aufgegabelt werden, verschwinde ich da rein.“ Mit einer Kopfbewegung deutete das Mädchen auf den dichten Wald. „Was du machst ist mir gleich, aber wenn du rennst… mh, versuch in eine andere Richtung zu laufen.

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#10

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 21.09.2011 15:21
von Giles

Maren schien nicht ganz seiner Meinung zu sein. Er hatte doch nicht erwartet gleich Händchen zu halten, es war nur ein Beispiel, was erlaubt wäre. Zumindest würde es ihm nichts ausmachen. Doch scheinbar war sie schon seit geraumer Zeit auf sich allein gestellt und musste für sich selbst sorgen. Ihm selbst kam es nie vor, doch hatte er schon gehört, es mache die Menschen 'härter'. Es war wohl nicht nur auf den Willen und die Belastbarkeit, sondern auch auf das Verhalten bezogen. Wem konnte man verübeln, dass man sich von anderen Distanzierte, wenn man längere Zeit allein für sein überleben kämpfen musste. Er sollte ihr vielleicht etwas gutes tun, damit sie sich entspannen konnte. Wann sie wohl das letzte Mal friedlich in einem richtigen Bett schlafen konnte? Da ließ sich sicher etwas organisieren.

Trödeln war auch nicht seine Absicht, weshalb er auch gleich begann zu ihr aufzuschließen. Ihrer Erläuterung, was sie denn tun würde, sollten sie 'fehlgeleiteten Tribes' begegnen und dass er doch in eine andere Richtung rennen solle, entgegnete er "Da kann ich euch versichern, ich werde gewiss nicht fortlaufen. Sollte jemand wirklich fehlgeleitet und ich in der Nähe sein, so ist es denn nicht meine Pflicht ihn oder sie wieder den richtigen Weg zu weisen?". Ja, er hatte seiner Meinung nach etwas zu dick aufgetragen, doch so war seine Einstellung, wenn auch nicht in diesem Wortlaut.

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#11

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 21.09.2011 17:38
von Maren

Ob es deine Pflicht ist? Nein.“, sagte Maren pragmatisch und schaute ihn trocken an. Sie war überzeugt davon, dass man da nichts machen konnte. Mit wildgewordenen Tribes kann man nicht reden, man konnte höchstens versuchen davon zukommen. „Warum denkst du, dass du ihnen den richtigen Weg weisen müsstest? Mal ganz abgesehen davon, dass es wohl ohnehin nicht funktionieren würde. Du kannst nicht einfach irgendeiner Gruppe von Leuten, die versuchen dich festzunehmen und als Sklaven zu halte, erklären, dass das ganz und gar nicht nett ist. Glaubst du, die würden das nicht selber wissen? Vielleicht könnte man bei einer einzelnen Person was bewegen, aber du kannst keinen ganzen Tribe änder. Ach.“, meinte Maren und machte eine abfällige Bewegung mit den Händen. Diese sollte nicht Giles Idee gelten, sondern eher dem Verhalten vieler Jugendlichen, die sich zur Zeit alles rausnahmen, nu weil es keine Erwachsenen mehr gab. Es galt das Gesetz des Stärkeren. Á propos. „Was hast du eigentlich im Wasserwerk zu suchen?

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#12

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 21.09.2011 21:57
von Giles

Eine nachvollziehbare Einstellung hatte die Dame an seiner Seite. Gerne würde er ihr auf jede Frage ausführlich antworten. Warum er meinte, den fehlgeleiteten die Augen zu öffnen und wofür er sich dieses Ziel erwählt hatte, doch begann sie sogleich eine weitere Frage zu stellen, die sie wohl momentan mehr interessierte. Was er im Wasserkraftwerk zu suchen hatte. Sprache war schon eine wundervolle Sache. Eigentlich war 'Suchen' ja falsch, er kannte sein Kraftwerk, er musste nichts suchen, doch war dies ja auch nicht gemeint. Bevor er nun zu seinem Aufenthalt im Wasserkraftwerk berichtete, musste er noch einen kurzen Kommentar zu ihren vorhergegangenen Fragen los werden. "Ich glaube, wenn ich nichts tue, wie soll es dann besser werden." Vielleicht ein hauch zu melancholisch diese Formulierung, doch er wollte nicht zu ausschweifend werden, schließlich hatte er eine andere Frage zu beantworten. Sein Kraftwerk. "Ich .. naja .." Ein leichtes Seufzen entfuhr ihm, ".. jetzt steuer ich nur noch die Haupt- und Schaltzentrale, damit alles problemlos funktioniert.". "Und jetzt versuche ich meinen Fehler zu korrigieren" fügte er noch in Gedanken hinzu und ballte eine Faust. Wie hatte er nur so dumm sein können.
Ein weiteres Mal atmete er durch, genug davon, wer war eigentlich die Dame an seiner Seite, Maren? "Doch wir haben ja noch etwas an Weg vor uns, sicher gibt es auch etwas, wovon ihr berichten möchtet, oder nicht?"

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#13

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 21.09.2011 22:55
von Maren

Er konnte ein Wasserkraftwerk steuern? Maren musterte ihn aufmerksam. Stimmt, er sah nicht besonders stark aus, hatte es aber dennoch bis hier hin unbeschadet überstanden. Entweder hatte er also viel Glück, viel Köpfchen oder eine gute Mischung aus beiden. Das Glück sollte man nicht unterbewerten, auch Maren hätte es gerne wieder an ihrer Seite. Wenn es freundlich war, dann ließ es sie jetzt problemlos ihre Vorräte aufstocken und dann schnell wieder raus aus der Stadt kommen.
Maren hörte Giles zu und wirkte zum ersten Mal ein wenig amüsiert. „Nun, jetzt im Moment steuerst du gar nichts, sonder wanderst mit mir ein bisschen durch den Wald. Das heißt, dass du eigentlich nicht alleine bist, oder? Jemand anderes müsste während deiner Abwesenheit die Stellung im Kraftwerk halten. Oder du bist doch alleine und bloß furchtbar dumm, denn in dem Falle wird es wohl schon bald nicht mehr dein Kraftwerk sein.“ Maren mischte sich nicht häufig in die Angelegenheiten anderer ein, aber nun war sie neugierig geworden. Zum jetzigen Stand der Dinge konnte dir ein Kraftwerk jeglicher Art große Macht verleihen. Sie selber konnte z.B. gut ohne Strom auskommen, aber zahlreiche Stadtkinder würden ohne ihn Probleme bekommen.
Dann sprach Giles sie jedoch auf sich selber an und ihr Gesichtsausdruckwurde wieder abweisend. Maren mochte es nicht, von sich selber zu erzählen. Sie war misstrauisch und sehr vorsichtig mit Informationen über sich. Deswegen sagte sie nur: „Ich bin schon auf der Reise, seit unsere bekannte Gesellschaft zusammen gebrochen ist und brutale Tribes in meiner Stadt das Sagen übernommen haben. Ich weiß, wie man sich in der Natur zurecht findet, und muss mich so nur selten irgendwelchen Städten nähern. Deswegen war ich bis jetzt halbwegs sicher.

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#14

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 23.09.2011 10:37
von Giles

Maren war ein helles Köpfchen, so schien es Giles, denn sie hatte ihn gleich ertappt. Es war zu schwierig, das Kraftwerk völlig alleine zu führen. Eine Weile lang hatte er es geschafft, doch auf kurz oder lang wäre er zusammen gebrochen.
Weit wichtiger war für Giles jedoch, dass sie schon seit dem Ausbruch des Virus einsam herumreiste. Die Zeit, die sie in der Wildnis verbracht hatte war wohl doch länger, als er gedacht hatte und noch schlimmer war der Grund dafür. Brutale Tribes. Kein Wunder, dass sie so ein schlechtes Bild von der jetzigen Welt hatte. Er selbst konnte sich in seiner abgeschotteten Zeit sein gutes Weltbild behalten, bis die Toxics mit ihren Sklaven kamen und auch dies hatte nicht sehr daran rütteln können.
Ohne gute Erinnerungen sollte man sich am besten auf das Hier und Jetzt konzentrieren und ein bisschen schöne Zeit würde möglicherweise die schlechten Erinnerungen, wenn auch nur kurzzeitig, ausblenden. "Da hast du nicht ganz unrecht. Der Witz daran ist jedoch, dass die Belagerer für mich die Stellung halten." sagte er spaßig. Es war amüsanter, wenn er es so erzählte. Manche Details waren einfach zu bedrückend, wie sein Aussehen zu der Zeit, in der er allein war. Wer den Film 'Der Maschinist' kennt hätte wohl eine grobe Vorstellung, in welche Richtung es ging.
Doch nein, er musste sich auf das hier und jetzt konzentrieren und etwas schönes finden. Gar nicht so schwer. Tief atmete er durch "Hach, ich finde das jetzt irgendwie schöner als mich irgendwo eizuschließen." mit dem Blick in den Himmel und ausgestreckten Armen drehte er sich während des Gehens ein mal "Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, dass ich das letzte Mal in der Natur war. Wie gut alles duftet und sich anfühlt.". Ein weiteres Mal sog er die kühle Luft tief ein, und murmelte schmunzelnd "Du duftest wie der Wald." in seinen, nicht existenten, Bart.

(OOC: Sry für den inaktiven Tag, hatte eigentlich erwartet gestern I-Net zu haben)

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#15

RE: Waldstraße

in Wälder um den Starnberger See 23.09.2011 16:44
von Maren

Also wurdest du doch belagert?“, stellte Maren fest, die Giles spaßigen Ton mitbekam, sich aber eher auf die Worte an sich konzentrierte. Sie schaute den jungen Mann an. Er schien hier draußen ganz zufrieden zu sein und fing jetzt sogar an sich zudrehen. „Meine Güte, wie lange warst du in diesem Kraftwerk?“, fragte das Mädchen, dessen Augen amüsiert aufblitzten. Sie konnte die Euphorie des anderen fast verstehen. Sie war zwar schon lange hier draußen, aber sie konnte es sich auch nicht vorstellen, irgendwo eingesperrt zu sein. Für Maren wäre es das Schlimmste, was ihr passieren konnte. „Ich dufte wie der-?“, die Dunkelhaarige brach im Satz ab, da sie hell auflachen musste. Maren war kein Mensch der häufig lachte und vor allem in der letzten Zeit hatte sie nicht viel Grund dazu gehabt, doch fühlte es sich ganz natürlich an. Immer noch lachen schüttelte sie den Kopf und sah Giles in die Augen. „Was glaubst du, wo ich die letzten Monate verbracht habe? Natürlich rieche ich nach Wald!
Als Maren weiterging. Meldete sich plötzlich ihr Magen zu Wort. Seit der frühen Mittagsstunde hatte sie nichts gegessen. Sie runzelte die Stirn und spitzte die Lippen. Sie hatte noch Vorrat für zwei weitere Tage, konnte sich aber in München sicherlich noch viele Sachen besorgen. Die Frage war aber, ob sie auch Giles was anbieten sollte. Ihr Instinkt war in den letzten Monaten auf Überleben eingestellt gewesen und wehrte sich im Moment gegen den Gedanken, etwas ihrer wertvollen Vorräte abzugeben. Dennoch es für Maren klar, dass es sich so gehörte, also fragte sie ihn schließlich schlicht: „Hast du hunger?

(OOC: Dafür brauchst du dich doch nicht zu entschuldigen, ich bin da sehr geduldig.)

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